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Wut

Ah, was war der Urlaub erholsam. Nahezu vollständiger Verzicht auf soziale Kontakte durch die Sprachbarriere. Endlich runterkommen. Nichts tun. Keine Verantwortung, keine Verpflichtungen. Ein Träumchen!

Bezeichnend die Ankunft am Flughafen zum Rückflug. Wieder ein großer Pulk von deutschen Touristen. Vollkommen gechilled und gleichgültig habe ich mich über die Landsleute amüsiert. Ehrlich, ihr könnt noch so sehr stressen...wir kommen trotzdem alle gleichzeitig an. Und das Karma wird schon dafür sorgen, dass ihr dann auch lange auf eure Koffer warten müsst.

Leider hielt meine Gleichgültigkeit nicht lange an. 

Ich spüre die Wut in mir. Es ist ein merkwürdiges Gefühl. Als ob es nicht in mir selber ist. Als ob ich ein Spiegelbild schaue, welches mich mit gefletschten Zähnen und durchbohrendem Blick fixiert. Und damit ansteckt...

Zunehmend merke ich, dass es ausnahmslos Menschen sind, die diese Wut in mir entfachen. Autofahrer, die einfach zu blöd für die Straßenverkehrsregeln sind. Nachbarn, die null Toleranz haben. Der Abteilungsleiter meiner Holden, der ein selbstsüchtiger Versager ist. Mein Hass-Arbeitskollege, der ein viel größerer Versager ist. Freunde, die enttäuschen. Die Holde, wenn die Kommunikation wieder vollständig schief geht.

Diese Liste ließe sich unendlich weit fortführen. 

Problematisch ist für mich momentan...ich finde einfach kein Ventil. Und so unfertig dieser Blogeintrag endet, fühlt sich diese Wut auch für mich an...

25.11.16 00:11


Ein Ausflug hinter Gittern

Auf Einladung eines Freundes, der dort arbeitet, durften wir am Wochenende ein Gefängnis von innen besuchen. Quasi einen Tag der offenen Tür. Auch wenn es natürlich nicht so genannt wird, das wäre zu makaber.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl über Gänge zu laufen, Abläufe erklären zu lassen und Geschichten zu lauschen während man schwere, verschlossene Türen passiert und man weiß...hinter dieser sitzt gerade ein Mensch in einem wenige Quadratmeter großem Raum. Weggeschlossen von der Justiz. Um die Gesellschaft vor diesem Individuum zu bewahren. Diese farbige Tür. Mit einem großen Schlüsselloch. Einem schweren Hebel. Einem Spion. Einem von außen zu öffnendem Guckloch. Manche mit einer Essensklappe. Und auf einem kleinen Schild ein paar Informationen zum Insassen.

Ich war in einer Zelle. Habe die karge Einrichtung gesehen. Die schweren Gitterstäbe, die die Außenwelt abtrennen. Trostlosigkeit.

Ich behaupte von mir ein starker Mensch zu sein. Aber ich bin auch sehr selbstbestimmend. Die Vorstellung, für Jahre auf diese Enge beschränkt zu werden. Widerwillige Gänsehaut.

Auf den letzten Metern der Führung, im letzten Gebäude habe ich mich erdrückt gefühlt. Pure Schwere. Als ob die Sorgen und Ängste all der Gefangenen auf mir lasten. 

Es war ein heißer Tag. Wir waren durstig. Fahren wir auf schnellstem Weg nach Hause, um was zu trinken. Oder vielleicht ein Eis essen. Oder zur Abkühlung an den See. Auch im Kino ist es angenehm kühl.

Mir war die Ironie meiner Gedanken vollauf bewußt. Unsere Normalität, die wir nie zu schätzen wissen. Außer wenn wir die Normalität verlieren. Egal, ob Freiheit, Job, Gesundheit oder Schicksalsschläge im Freundes- und Familienkreis. Wir nehmen dies alles als Selbstverständnis...

So interessant die Führung sachlich auch war. Emotional hat sie viel tiefere Spuren hinterlassen.

12.9.16 16:28


RIP Daywalker

Vorige Woche habe ich gehört, dass du im Krankenhaus liegst; am Samstag hörten wir dann von der niederschmetternden Diagnose. Krebs. Unheilbar.

Heute wollten wir dich besuchen kommen. Nur ein paar Momente für dich da sein in dieser schweren Stunde. Lange habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, was wir dir sagen können. Mit welchen Worten wir uns von dir hätten verabschieden können. Mir ist überhaupt nichts dazu eingefallen.

Und vielleicht hatte es mein Unterbewußtsein auch bereits geahnt...es wird zu dem Treffen nicht mehr kommen. Heute Morgen bist du von uns gegangen.

Du hattest immer so eine positive Lebenseinstellung und ein so ansteckendes Lachen & Gemüt, obwohl man immer den Eindruck hatte, dass das Leben es einfach nicht gut mit dir gemeint hat.

Egal wo du jetzt bist, ich wünsche dir Ruhe, Frieden und Glückseeligkeit.

Wenn ich bei zukünftigen Pokerrunden mit einem aussichtslosen Blatt gewinne, weil Fortuna es auf der letzten Karte gut mit mir meinte, werde ich an dich denken und mein Glas auf dich erheben. Ich weiß genau, du hättest mit mir gelacht und dich darüber gefreut...

6.6.16 16:21


:/

Und Du rufst in die Welt
Dass sie dir nicht mehr gefällt
Du willst 'ne schönere erleben
Doch es wird keine andere geben

(aus Witt/Heppner - Die Flut)

2.4.16 11:44


Manche Dinge ändern sich nie

Zwei Wochen ist das Jahr alt und doch fühlt es sich irgendwie wie 2015 an. Ich versuche an meinem Ziel festzuhalten, mich weniger mit anderen & insbesondere unnötigen Menschen zu beschäftigen oder mich gar über sie zu ärgern.

Leider sind gewisse Exemplare der Gattung Homo Sapiens da aber sehr hartnäckig.

Doch das letzte Jahr hat mich zu sehr gelehrt, dass es einfach keinen Sinn macht, sich den Mund fusselig zu reden. Mein persönlicher Lieblingsmitarbeiter spielt derzeit Lotto und ich habe gehörigen Einfluß darauf, welchen Gewinn er erhält: Abmahnungen, Kündigung, Frühverrentung oder Änderungskündigung. Bis auf Part 1 ist mir alles Recht, ich will ihn einfach nicht mehr in meiner Abteilung haben. Ich hoffe, dieses viel zu lange währende Thema hat sich bald erledigt und ich kann bald mit neuem Personal verbesserte Strukturen und Arbeitsweisen einführen.

Im privaten Umfeld habe ich die geiferende Frau eines guten Freundes und Arbeitskollegen auf die imaginäre Ignore-Liste gesetzt. Ich bin ein Mann und wie jeder andere Geschlechtsgenosse fällt es mir manchmal schwer, Frauen zu verstehen. Aber dieses Exemplar hat dann doch den Vogel abgeschossen. Weder habe ich Lust noch sehe ich irgendeine Sinnhaftigkeit darin, mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Alt genug ist sie, soll sie halt mit den Konsequenzen leben.

Ich konzentriere mich lieber auf die Dinge, die mir wichtig sind. Im Augenblick mein Rudel und die Fotografie.

Nachdem ich letztes Jahr die Kamera nie zur Portraitfotografie in der Hand hatte, kribelt es doch wieder so richtig in den Fingern. Die erste Shootingbesprechung ist bereits gelaufen, nächste Woche werden die Details und der erste Termin festgelegt und dann kann ich hoffentlich bald wieder meine Kreativität ausleben. Das hat doch sehr gefehlt in 2015.

Nun werde ich gleich die Arbeitswoche beenden, den Hund ausführen, den Friseur an meiner Haarpracht schnippeln lassen und morgen geht es dann mit Zwischenstation nach Süddeutschland. Planschen, Rutschen, Entspannen.

Haben wir uns verdient

15.1.16 16:29


Ade 2015, ahoi 2016

2015 ist vergangen. Ich weiß gar nicht mehr, mit welchen Hoffnungen ich zum Jahreswechsel auf dieses Jahr geblickt habe. Ich weiß nur, dass ich es mit einem freudigen Seufzer verabschiedete habe...endlich bist du Geschichte.

Mit dieser Zahl werde ich fortan nur zu viel Stress, zu viele Tränen, zu viele Erwartungen und zu viele Menschen, die man im Leben nicht mehr braucht, verbinden.

Was ich mir für 2016 wünsche? Freude und Zufriedenheit. Ist dies nun bescheiden oder übermütig? Eigentlich bei so kleinen Zielen eine lächerliche Frage, aber dennoch fühlt sich die Antwort schwer an...

 

Wir waren kürzlich in einem Schwimmbad. Auf dem Parkplatz sah ich bereits eine junge Frau, welche auf den Rollstuhl angewiesen ist und mit zwei Begleiterinnen (Mutter und Schwester?) auf dem Weg zur Schwimmhalle war. Sie hat mir zugelächelt und ich habe ihr zugezwinkert. 

Ich war ein wenig traurig, denn ich stelle mir ein Leben ohne funktionierende Beine sehr schwierig vor. Im Schwimmbad habe ich sie dann noch öfters gesehen. Im Beisein bzw. in der Umklammerung einer Begleiterin ist sie sogar ein paar Schritte gelaufen. Könnte also eine MS-Patientin gewesen sein. Sie so zu sehen, hat meinem inneren Gerechtigkeitssinn natürlich noch mehr Stiche versetzt.

Aber als sie dann später im Wasser war. Jauchzend. Lachend. Freude pur. Natürlich konnte sie das alles nicht alleine, sie brauchte dauerhafte Begleitung und sie brauchte auch mehr Pausen. Aber man konnte ihr richtig ansehen, welchen Spaß sie an etwas hatte, was für sie alles anderes als alltäglich ist.

 

Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, erwartet mich dort ein Hund, der am liebsten Purzelbäume schlagen würde, weil ich wieder da bin. Auch morgens kommt er mit wedelndem Hinterteil auf mich zu und begrüßt mich, als ob ich tageland weg gewesen wäre. Tierische Freude halt.

Unsereiner grüßt vielleicht mit einem verschlafenem "Guten Morgen", aber ein Tier freut sich. 

 

Ich glaube, 2016 wird ein gutes Jahr. Denn ich möchte positiver sein. Ich möchte mich mehr freuen und zufriedener sein...

4.1.16 11:45


Das Ende einer Ära

10,5 Jahre

Ein Drittel meines Lebens hast du - mein blauer Audi - mich begleitet, brav immer dort hin kutschiert, wo mich das Schicksal gerade hinverschlagen hat. Gestern saß ich das letzte Mal an deinem Steuer, habe die letzten Sachen ausgeräumt...deine nächste Fahrt habe ich nicht mehr mitangesehen. Aber ich habe dich gehört. Wie dein neuer Besitzer vor unserer Tür dich zum ersten Mal startete und dich fort fuhr.

Ich danke dir für viele treue Jahre, in denen du mich - fast nie - im Stich gelassen hast. Wahrlich hätte ich mich besser um dich kümmern können. Sollen! Aber irgendwie war ich immer mit meinem Fokus woanders und du hast es mit deiner ewigen Ruhe ertragen.

Der neue Dienstwagen mag toll sein, aber mir fehlt das Brummen deines Auspuffs, wie du jeden Gasstoß mit einer Fanfäre beröhrtest.

Erinnerst du dich an all die tollen Momente, die wir hatten? Mir werden sie ewig in Erinnerung bleiben. Camping in Frankreich, Selbstfindung in Trier und Freiburg, Überraschungsurlaub im verschneiten Österreich, die lange und völlig übermüdete Fahrt ins regnerische München, das unerwartet schöne Erfurt, die lustige Kofferraumübernachtung in Krefeld, Silvester in Hamburg, hast brav am Düssseldorfer Flughafen gewartet, bist mit mir durch kleine Kaffs in der Eifel und in Essen gezogen, hast die elend langen ostdeutschen Autobahnen befahren und noch unzählige weitere Geschichten mit mir erlebt...

Dann noch so viele Momente, die man keinem Ort zuordnen kann. Überholspuren, Parkplatz-Gespräche, Reifenwechsel-Kapriolen. Du hast mich zu vielen Dates begleitet; wenn Freunde Hilfe brauchten, warst du mein fliegender Untersatz. Ich habe in dir einsame Tränen geweint, mit Freunden gelacht, mit Frauen geflirtet und viele, viele Stunden mit guter Musik verbracht.

Danke für deine Treue. Ich vermisse dich, mein Freund.

5.11.15 16:21


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