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Ein Ausflug hinter Gittern

Auf Einladung eines Freundes, der dort arbeitet, durften wir am Wochenende ein Gefängnis von innen besuchen. Quasi einen Tag der offenen Tür. Auch wenn es natürlich nicht so genannt wird, das wäre zu makaber.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl über Gänge zu laufen, Abläufe erklären zu lassen und Geschichten zu lauschen während man schwere, verschlossene Türen passiert und man weiß...hinter dieser sitzt gerade ein Mensch in einem wenige Quadratmeter großem Raum. Weggeschlossen von der Justiz. Um die Gesellschaft vor diesem Individuum zu bewahren. Diese farbige Tür. Mit einem großen Schlüsselloch. Einem schweren Hebel. Einem Spion. Einem von außen zu öffnendem Guckloch. Manche mit einer Essensklappe. Und auf einem kleinen Schild ein paar Informationen zum Insassen.

Ich war in einer Zelle. Habe die karge Einrichtung gesehen. Die schweren Gitterstäbe, die die Außenwelt abtrennen. Trostlosigkeit.

Ich behaupte von mir ein starker Mensch zu sein. Aber ich bin auch sehr selbstbestimmend. Die Vorstellung, für Jahre auf diese Enge beschränkt zu werden. Widerwillige Gänsehaut.

Auf den letzten Metern der Führung, im letzten Gebäude habe ich mich erdrückt gefühlt. Pure Schwere. Als ob die Sorgen und Ängste all der Gefangenen auf mir lasten. 

Es war ein heißer Tag. Wir waren durstig. Fahren wir auf schnellstem Weg nach Hause, um was zu trinken. Oder vielleicht ein Eis essen. Oder zur Abkühlung an den See. Auch im Kino ist es angenehm kühl.

Mir war die Ironie meiner Gedanken vollauf bewußt. Unsere Normalität, die wir nie zu schätzen wissen. Außer wenn wir die Normalität verlieren. Egal, ob Freiheit, Job, Gesundheit oder Schicksalsschläge im Freundes- und Familienkreis. Wir nehmen dies alles als Selbstverständnis...

So interessant die Führung sachlich auch war. Emotional hat sie viel tiefere Spuren hinterlassen.

12.9.16 16:28
 
Letzte Einträge: Manche Dinge ändern sich nie, :/, RIP Daywalker, Wut, Ich mag dieses Leben nicht mehr


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